KW 26: Mitarbeiter von Knorr-Bremse begehren auf, Hartz IV: Sanktionsquote in Marzahn hoch, Acht Tage Marzahn

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Liebe Leser, Lutz Langer wächst in Plattenbauten im Berliner Osten auf. Mit 14 Jahren hört er zum ersten mal Musik von Rechtsrock-Bands wie Störkraft – und wird über die Jahre zum begeisterten Nazi. Heute ist Lutz 33 Jahre alt und heißt Yonatan. Seine Verwandlung vom Hass-Menschen zum praktizierenden Juden ist eine faszinierende Geschichte. Außerdem: Das Festival Acht Tage Marzahn steht vor der Tür. 24 KünstlerInnen, die im Bezirk aufgewachsen sind, zeigen ihre Arbeiten. Viel Spaß beim Lesen!

\ MARZAHN-HELLERSDORF AKTUELL /

Mitarbeiter von Knorr-Bremse kämpfen gegen Tarifflucht. Rund 120 Beschäftigte haben am vergangenen Dienstagnachmittag in Mahrzahn gegen die Tarifflucht und Arbeitsplatzverlagerung des Knorr-Bremse-Konzerns protestiert. In Marzahn fertigen rund 160 Mitarbeiter der Tochterfirma „Hasse & Wrede“ Drehschwingungsdämpfer für Nutzfahrzeug- und Stationärmotoren an. Der Konzern hatte am 1. Februar angekündigt, die Marzahner Produktion bis Ende 2018 von Berlin nach Tschechien, genauer Liberec, zu verlagern. morgenpost.de

Yonatan Langer: Erst Nazi, jetzt Jude. „Ich war die meiste Zeit in meinem Leben Nazi.“ gibt Langer zu, als er gefragt wird, was er getrieben hat, bevor er die Kabbala für sich entdeckte. Aufgewachsen ist er in Plattenbausiedlungen in Marzahn und Lichtenberg. Mit 14 Jahren, auf einem Trainingslager mit älteren Sportlern, hört er zum ersten Mal Musik verbotener Nazigruppen wie „Störkraft“. Er ist fasziniert. Er besorgt sich die Musik, er schaut antisemitische Filme wie „Jud Süß“ mit seinen neuen Freunden, und er reckt den Arm zum Hitlergruß: „Ich habe in diesem Nazitum festgesteckt wie in einem Tunnel.“ sueddeutsche.de

Hartz IV: Sanktionsquote in Berlin am höchsten. Fast zwei Milliarden Euro haben die Jobcenter in den letzten zehn Jahren wegen verhängter Sanktionen bundesweit einbehalten. Berlin sind sind laut Arbeitsmarktstatistik 2016 mit 19.350 fast fünf Prozent aller 393.409 Berliner Hartz-IV-Emfänger mindestens einmal sanktioniert worden. Am höchsten war die Sanktions-Quote in Treptow-Köpenick (6,2 Prozent), gefolgt von Marzahn-Hellersdorf (6,1 Prozent) und Friedrichshain-Kreuzberg (5,9 Prozent). bz-berlin.de

Brandschutz an Schulen ist in vielen Bezirken unzureichend. In Marzahn-Hellersdorf heißt es, dass angesichts der vielen zu begutachtenden Gebäude „nicht immer garantiert werden kann, dass die vorgeschriebenen Abstände eingehalten werden“. tagesspiegel.de
Verdienstorden für Rainer Rühlemann. Der Geschäftsführer der JAO gGmbH hatte sich besonders für das Projekt „Biene sucht Wohnung“ im Kindergarten „Wunderwelt“ in Kaulsdorf-Nord eingesetzt. berliner-woche.de
Protest gegen Unterbringung. 20 Bewohner einer Notunterkunft in Berlin-Marzahn haben ab Freitag einen Hungerstreik angekündigt. taz.de

Radfahrer zusammengestoßen. Am Dienstag gegen 16.45 Uhr war ein 68-Jähriger auf einem Fahrrad in der Allee der Kosmonauten unterwegs. Ein 37-Jähriger fuhr hinter ihm. Der Vorausfahrende wollte nach rechts abzubiegen und habe das auch angezeigt. Beim Abbiegen stießen beide zusammen und fielen zu Boden. Dabei erlitt der Jüngere Knochenbrüche im Bereich des Beckens und der Schulter. Er kam mit einem alarmierten Rettungswagen in ein Krankenhaus, wo er zur Behandlung stationär aufgenommen wurde. Der 68-Jährige konnte mit Hautabschürfungen seinen Weg fortsetzen. berlin.de/polizei

Mehr Verkehrsunfälle, weniger Tote. Bei den 44.576 Unfällen verunglückten 4.499 Menschen, acht davon tödlich. Im Vorjahreszeitraum verunglückten 4302 Menschen bei 43 227 Unfällen. Es gab 17 tödlich Verletzte. Die meisten Unfälle pro 1.000 Einwohner passierten im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf: 62,7. Im Bezirk Marzahn-Hellersdorf gab es mit 24,9 Unfällen auf 1.000 Einwohner die wenigsten. welt.de

\ SPORT /

Radrennsport: Maximilian Schachmann. Der Radrennfahrer aus Marzahn etabliert sich gerade überraschend schnell in einer harten Szene, das Ergebnis der jüngsten Rennen in der vergangenen Woche ist der Ausdruck einer stetigen Entwicklung. Als selbstverständlich darf das nicht betrachtet werden. Erst zu dieser Saison unterschrieb Schachmann (23) bei dem belgischen Team, die Konkurrenz ist nun viel stärker als zuvor im Nachwuchs. „Das ist ein anderes Level. Es wird richtig durchgezogen, von Anfang bis Ende. Das ist schon schwieriger. Ich bin glücklich, dass ich mich so schnell anpassen konnte und vorn mitfahren kann“, sagt der Profi. morgenpost.de

\ ZAHL DER WOCHE /

450.000 Tickets wurden bisher für die Internationale Gartenausstellung verkauft. Hinzu kommen 30.000 Dauerkarten für den Landschaftspark am östlichen Stadtrand. morgenpost.de

\ STADTLEBEN /

Interview mit Kultursenator Klaus Lederer. Klaus Teßmann sprach mit dem Politiker, der sich dafür einsetzt, dass Kultur nicht nur in Berlin-Mitte, sondern auch in den Außenbezirken stattfindet. Er spricht unter anderem über konkrete Maßnahmen: „Wir wollen die kulturelle Basis stärken, da ist die Verdopplung des Bezirkskulturfonds ein erster Schritt. Ich will den Stellenwert der Kulturpolitik in der bezirklichen Auseinandersetzung um Ressourcen stärken. Deshalb organisieren wir keine „Bezirksbesuche“, sondern einen Kulturdialog vor Ort, bei dem wir gemeinsam Punkte zur Stärkung von Kulturpolitik in den Bezirken finden wollen.“ berliner-woche.de

Acht Tage Marzahn. Vom 1. bis zum 8. Juli stellen 24 Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten vor. Bei aller Verschiedenheit vereint sie eines: Sie alle sind im Bezirk aufgewachsen. In verschiedenen Locations werden Arbeiten aus den Bereichen Fotografie, Malerei, Sound, Performance und Installation gezeigt – entlang der Marzahner Promenade. Zusätzlich gibt es ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm, unter anderemOpen Air Kino, Lesung und eine Fahrradtour. bz-berlin.de,

Der Erzählende Garten. Am Freitag, den 30. Juni 2017, startet um 14:00 Uhr die dritte Veranstaltung der Reihe „Der erzählende Garten“ im „Kompass“. Nach dem Heimatabend und dem Drachenfest serviert das Haus im Stadtteil ein Gartenspektakel zum Mitmachen. berlin.de
Schreibzirkel. Schreiben, futtern, quatschen, lachen, Werwolf spielen für alle, die sich jung fühlen. Samstag, 1. Juli auf dem Gelände der IGA. facebook.com/events
Foo-Fighters-Coverband: The Fresh Fighters. Vier Profi-Musiker aus Hamburg huldigen der Grohlschen-Rockmusik. Sonntag, 2. Juli, 22:45 Uhr in der Kiste.

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„Es geht nicht darum, krampfhaft Klischees auszuhebeln“
Stefan Kirste, Mitorganisator des Kunstfestivals „Acht Tage Marzahn“ über die Intentionen der Kuratoren.
neues-deutschland.de

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